Certified Rating Analyst

CRA®

Quelle

Power Curve

Deutsche Bundesbank
Definition Die CAP-Kurve oder "Power Curve" liefert eine graphische Veranschaulichung der Trennschärfe eines Ratingverfahrens. Hierzu wird für den Datenbestand, auf dem die Trennschärfe des Ratingmodells untersucht werden soll, der Bonitätsindikator (Scorewert) für jeden
Kreditnehmer ermittelt. Dieser kann eine stetige Größe sein, etwa das Ergebnis einer Diskriminanzanalyse oder einer Logit-Regression. Er kann auch eine ganze Zahl sein, die die Ratingklasse repräsentiert, in die der Kreditnehmer eingestuft wurde. In der folgenden Analyse wird angenommen, dass ein hoher Scorewert eine gute Bonität widerspiegelt. Im ersten Schritt werden die Kreditnehmer nach aufsteigenden Scorewerten geordnet. Die CAP-Kurve wird dann bestimmt, indem man auf der horizontalen Achse den kumulativen Anteil aller Schuldner („Alarmquote“) aufträgt und auf der vertikalen Achse den kumulativen Anteil aller ausgefallenen Schuldner („Trefferquote“). Wenn beispielsweise unter den 30% aller Schuldner mit den niedrigsten Ratingscores 70% aller ausgefallenen Schuldner enthalten sind, dann liegt
der Punkt (0,3;0,7) auf der CAP-Kurve. Ein Ratingverfahren ist umso trennschärfer, je steiler die CAP-Kurve zu Beginn ansteigt. Im Idealfall würde das
Ratingverfahren allen ausgefallenen Schuldnern die niedrigsten Scorewerte zuordnen. Die CAP-Kurve würde dann zu Beginn linear ansteigen und anschließend horizontal verlaufen. Der andere Grenzfall wäre eine rein zufällige Ratingeinstufung. Ein solches Ratingverfahren hätte keinerlei Trennfähigkeit. Die zu erwartende CAP-Kurve wäre in diesem Fall identisch mit der Diagonalen. In der Realität sind Ratingeinstufungen weder perfekt
noch zufällig. Die entsprechende CAP-Kurve verläuft daher zwischen diesen beiden Grenzfällen.
Links Monatsbericht September 2003
   

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