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Definition |
Der im Jahre 2000
gegründeter VDA-Mittelstandskreis verfolgt das Ziel,
Entwicklungen in der Automobilindustrie, die
mittelständische Unternehmen in besonderem Maße
betreffen, aufzugreifen und gemeinsame Lösungen zu
entwickeln. Im Sinne dieser Zielrichtung entstand im
Anschluss an den ersten Finanzierungs-Workshop die
Idee, ein "Werkzeug" zu entwickeln, mit dessen Hilfe
sich mittelständische Unternehmen mit dem Thema
Rating vertraut machen können. In einer
Sondervereinbarung mit der Prof. Dr. Schneck Rating
GmbH entstand so das VDA Rating-Tool –die erste
derartige Serviceleistung eines Verbandes. In einer
kostenlosen Versandaktion erhielten im September
2003 alle Mitgliedsunternehmen der Zuliefer- sowie
der Anhänger- und Aufbautenindustrie im VDA eine
Informationsmappe mit einer CD, die ein auf die
Automobilindustrie zugeschnittenes quantitatives und
qualitatives Rating beinhaltete.
Parallel dazu wurde innerhalb des VDA diskutiert,
wie ein Bonitätsnachweis von Lieferanten aussehen
könnte. Mit der steigenden Verantwortung der
Automobilzulieferer in der Wertschöpfungskette
steigt auch das Risiko, das von der Insolvenz eines
Zulieferunternehmens ausgehen kann. Wachsende
Abhängigkeit von der Lieferfähigkeit einzelner
Lieferanten war für die Fahrzeughersteller Motiv,
ihre Lieferkette transparent absichern zu wollen.
Zulieferseitig wurde Wert darauf gelegt, dass dies
nicht mit einer Offenlegung finanzwirtschaftlicher
Daten verbunden war.
Bei dieser Konstellation zahlte sich einmal
wieder in klassischer Weise die Konstruktion des VDA
als gemeinsames Dach für die Industrie aus:
Gemeinsam konnte eine Lösung gefunden werden, die
für beide Seiten akzeptabel war. Diese Lösung
beinhaltete einerseits den gewünschten
Bonitätsnachweis, andererseits die Wahrung der
Vertraulichkeit von Finanzdaten. Hersteller und
Zulieferer einigten sich darauf, das Ergebnis des
Bilanzteils des VDA Rating-Tools als
Bonitätsnachweis von Lieferanten gegenüber ihren
Kunden in der deutschen Automobilindustrie zu
akzeptieren. Der Wirtschaftsprüfer des Lieferanten
muss lediglich die richtige Eingabe der Daten
testieren. Mit diesem Testat versehen, teilt der
Lieferant seinem Kunden das Ergebnis des
Bilanzratings mit (z.B. BB+). Dem Begehren des
Kunden nach einem Frühwarnsystem ist damit Genüge
getan.
Der Bilanzteil des Rating-Tools ist somit zum
Standard für den Bonitätsnachweis in der deutschen
Automobilindustrie geworden, daher der Ausdruck "VDA
Ratingstandard". Dies hat der Industrie nicht nur
eine möglicherweise langwierige Diskussion über
“wirtschaftliche Transparenz“ erspart – sondern
sicherlich auch einiges an finanziellen Mitteln. |